Sonntag, 28. August 2022

Abendgebet

 Wohl am schwersten zu beschreiben, weil sehr unterschiedlich, ist das Abendgebet.

Der Beginn gegen 20.30 Uhr ist mit zwei Liedern, darauf folgt eine Bibellesung und ein Lied mit Orgelbegleitung (farbiger Extrazettel). Nach einem weiteren Lied ist die Stille. Anschließend folgen Fürbitten, bevor mit "open end" Lieder gesungen werden - i.d.R. bis tief in die Nacht hinein. Nach dem "offiziellen Ende", wenn die Brüder aufstehen und ein Teil geht, besteht die Möglichkeit zum Einzelgespräch mit einem der Brüder oder einer Schwester aus dem Nachbardorf. Außerdem wird eine Ikone oder das Kreuz aufgestellt, vor dem man beten kann.

Am Freitag findet das Gebet vor dem Kreuz statt, am Samstag ist die Nacht der Lichter.

Die Kirche ist die ganze Nacht geöffnet. Man kann also auch erstmal zum Oyak gehen und später wieder zurückkommen und weiter singen, die Atmosphäre genießen oder beten.

Samstag, 27. August 2022

Veränderungen im Außengelände

 Vieles ist gleich in Taizé, manche Dinge verändern sich. So ist inzwischen ein komplett neuer Barackentrakt entstanden, der Altarraum in der Kirche wurde 2018 neu gestaltet und seit 2019 hat man auch einiges am Außengelände zwischen Essensausgabe und Kirche verändert. Der Bereich zwischen Zelt R und Hall 10-15 ist inzwischen gepflastert und es sind mehr Bäume gepflanzt. Die Zelte P und R sind stabiler aufgebaut und auf sicherem Grund verankert und trotzden so besser Wind und Wetter. Auch die Bereiche um die Zelte sind neu angelegt, mit Wegen, Pflanzen einer Mauer,... Wir finden, das sieht sehr gelungen aus!

Donnerstag, 25. August 2022

Mittagsgebet

 Das Mittagsgebet beginnt gegen 12.15/20/25 Uhr. Es ist das "schlichteste" der drei Gebetszeiten.

Nach zwei Liedern wird ein kurzer Bibelabschnitt vorgetragen, ein weiteres Lied kommt vor der Stille. Nach einem Gebet in mehreren Sprachen folgen weitere Gesänge bis zum Ende der Gebetszeit.

Arbeit: Chor

 Täglich gibt es um 14 Uhr eine einstündige Song Practise, bei der man die vierstimmigen Gesänge üben kann. In manchen Wochen mit vielen Gästen gibt es einen Chor, in dem man (als "practical work" = Arbeit) teilnehmen kann. Dafür kann man sich auf dem "Arbeitsmarkt" am Sonntag in eine der vier Stimmen eintragen. Voraussetzung ist Singerfahrung im Chor.

Man probt dann eine weitere Stunde, also von 14-15 Uhr im Rahmen der reguären Song Practise und danach von 15-16 Uhr mit den anderen, die sich im Chor eingetragen haben. Außerdem sitzt man während der Abendgebete in einem separaten Bereich und unterstützt die singende Gemeinde beim Halten der Tonhöhe und beim finden der Mehrstimmigkeit.

Unser Fazit: Entspannter Job, vor allem für musik- und chorbegeisterte Menschen.

Mittwoch, 24. August 2022

Aktuell: Corona in Taizé


 Auch, wenn wir nun im dritten Pandemiejahr sind, ist Corona (natürlich) nicht vorbei. Das gilt auch für Taizé. Zwar sind alle Beschränkungen inzwischen aufgehoben, es kommt aber selbstverständlich immer wieder zu kleineren Infektionsherden. Ist ja auch kein Wunder, wenn mehrere hundert Menschen aus aller Welt ohne Abstand und Masken gemeinsam singen...

Getestet wird, wer Symptome hat. Man kann sich zu bestimmten Zeiten in El Abiod melden. Wer positiv ist, wird in einem separaten Bereich in Taizé untergebracht. Hier teilt man eine Baracke mit anderen positiv getesteten, bekommt das Essen der Permanents, hat zwei Aufenthaltsräume und einen Garten für sich. Das Abendgebet wird gemeinsam per Audiostream gebetet. Es besteht die Möglichkeit, während der Gebetszeiten Spaziergänge zu unternehmen, wobei natürlich auf Abstand zu anderen geachtet werden muss. Innerhalb der COVID-Zone ist das Maskentragen nicht erforderlich - schließlich sind alle positiv getestet. Nach 5-7 Tagen ist man i.d.R. wieder "frei". Arbeit und Bibeleinführung fallen weg, man ist für die Sauberkeit im eigenen Bereich (Baracken und Toiletten) verantwortlich.

Aus eigener Erfahrung fehlt natürlich das gemeinschaftliche Erlebnis von Taizé, besonders wenn es der erste Taizébesuch ist und man den größten Teil in Isolation verbringen muss. Für einige wenige Tage, wenn man kaum Beschwerden hat und wenn man bereits in Taizé war, gibt es aber durchaus schlechtere Orte für eine Quarantäne. Empfehlenswert ist es trotzdem nicht ;-)

Morgengebet

 Zeit, einmal die Gebetszeiten etwas genauer anzuschauen. Wir beginnen mit dem Morgengebet.

8.20/25/30 Uhr begonnen unterscheidet es sich von den anderen Gebetszeiten besonders dadurch, dass die Kommunion ausgeteilt wird (Ausnahme: Montag).

Nach einem Lied wird gemeinsam ein Psalm gesungen (weißes Extrablatt), anschließend folgt ein Bibeltext, ein Lied mit Orgelbegleitung (farbiges Extrablatt) und ein weiteres Lied.

Das Herzstück bildet eine etwa zehnminütige Stille. Danach folgen Fürbitten und ein gesungenes Vaterunser sowie ein weiteres Lied, während dem einige Brüder Hostienschalen und Kelche holen. Anschließend wird ein kurzes Gebet gesprochen, auf dass in vielen Sprachen mit 

"Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach. Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund."

geantwortet wird. Während weiteren Liedern besteht die Möglichkeit zur Kommunion zu gehen. Das Gebet klingt mit weiteren Liedern aus.

Montag, 27. April 2020

Taizé via Lifestream

Screenshot eines Abendgebets
Auch wenn es einen Aufenthalt in Taizé nicht ersetzt: Während der Coronazeit kann man nicht nach Taizé reisen und deshalb streamen die Brüder jeden Abend das Abendgebet via Facebook oder über einen Link, der hier eingesehen werden kann. Das kann für alle, die mal schauen wollen, wie so eine Gebetszeit eigentlich abläuft, auch was sein ;-)

Generell leben die Gebete aber vor allem davon, dass viele Leute zusammen sind und gemeinsam singen und beten. Hoffentlich können wir das bald wieder erleben!

Freitag, 10. April 2020

Die Exposition

Die Brüder in Taizé leben von dem, was sie selbst herstellen. Daher gibt es auf dem Gelände von Taizé auch eine Art "Taizé-Shop", der Exposition genannt wird. Dort kann man viele verschiedene, schöne, nützliche und auch weniger nützliche dafür um so schönere Dinge kaufen. Es gibt die bekannten emailierten Taizé-Kreuze, andere Kettenanhänger, Postkarten, Bücher, Schreibblöcken, kleine Notizbücher, Liederhefte, Ikonen, Plakate, CDs und vor allem viel getöpfertes Geschirr.
Die Exposition ist auf jeden Fall ein Ort, an dem man viel Geld lassen kann. Ein Besuch lohnt sich eigentlich immer.

Arbeit in der Exposition

Bei meinem letzten Aufenthalt in Taizé habe ich sozusagen am eigenen Leib erfahren, dass man in der Exposition auch seine Arbeit verrichten kann. Wenn man sich nämlich etwas von dem wunderbaren Taizé-Geschirr gekauft hat, will man natürlich, dass es heil daheim ankommt. Daher gibt es eine "Verpackungsecke" in der Exposition. In kleineren Wochen packt man hier das gekaufte Geschirr selber ein, in größeren Wochen wird es einem eingepackt. Diesem Einpacker-Job bin ich während meines letzten Taizé-Besuchs nachgegangen. Mein Fazit: Die Menschen kaufen viel Geschirr, der Job wird zum Ende der Woche anstrengender (weil die Meisten ihre Mitbringsel erst kurz vor der Abfahrt kaufen), französiche Zeitungen sind nicht so spannend (wenn man kaum französisch versteht), man kann sich mit Leuten irgendwie unterhalten, auch wenn sie nur portugiesisch sprechen und man selbst nur deutsch und englisch kann und manche Leute packen ihr Geschirr dann doch lieber selbst ein.
Wenn man nach Taizé kommt, kann man sich meistens nicht aussuchen welchem Job man die Woche über nachgeht, aber falls ihr die Möglichkeit habt Einpacker*in in der Exposition zu werden, probiert es doch einfach mal aus!

Freitag, 24. Januar 2020

Anreise

Wie komme ich am besten, schnellsten und vor allem am günstigsten nach Taizé?
Folgende Möglichkeiten sind hier gut:
1. An eine Gruppe anschließen und sich einen Platz im Reisebus sichern!
2. Mit einem Auto (von Freiburg aus ca. 3,5 Stunden Fahrzeit)
3. Mit dem Regenbogen-Tourservice (Unternehmen, das extra für Taizé Busfahrten organisiert!)
4. Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug bis Macon oder Chalon und von dort aus mit dem Bus)

...es empfiehlt sich, Preise zu vergleichen! Ein voll besetztes Auto ist unserer Erfahrung nach am günstigsten, bei Bahntickets die Angebote der Deutschen Bahn und des Französischen Bahnbetreibers SNCF vergleichen. Im Schnitt kann man mit Fahrtkosten zwischen 60 und 180 Euro p.P. rechnen (wir haben es bislang immer in der unteren Hälfte geschafft ;-)).

Sonntag, 8. Dezember 2019

Spazierengehen

Wer einen Lagerkoller in Taizé bekommt, kann sich die ein oder andere Mittagspause damit vertreiben, ein wenig spazieren zu gehen. Nur wie soll man am besten laufen?

An diesem Ort findet man einen Plan mit eingezeineten Wanderrouten. Die kürzeste dauert 45-60 Minuten, die längere 60-75 Minuten, die längste 75-90 Minuten; alles sind Rundwege, die man von Taizé aus gut machen kann.

Wenn man sich mehr als zwei Stunden Zeit nimmt, ist eine längere Tour nach Bray. Dazu sollte man den Routenplaner zuhilfe nehmen. Dort angekommen, findet sich eine schöne kleine Kirche mit einem tollen Fenster (siehe Foto).

Wer nur mal 50 Meter weg von der Communauté wegmöchte und ein wenig Ruhe braucht, besucht einmal die Kirche in Taizé. Diese ist erst kürzlich renoviert und vereint den ursprünglichen romanischen Baustil mit ganz modernen Elementen. Vor der Kirche finden sich Gräber der verstorbenen Brüder von Taizé, unter anderem von Frére Roger.

Dienstag, 3. Dezember 2019

Großgruppenspiele!

Bildquelle: https://tse3.mm.bing.net/th?id=OIP.gdIJTvdSvxQwNBGrlAKyDAHaLG&pid=Api
Bildquelle im Bildtitel
Auf den drei- oder viereckig gebauten Bänken lässt es sich nicht nur wunderbar sitzen und essen, sondern auch: Spielen! Wenn also in Taizé plötzlich eine Horde Menschen auf einer der Bänke steht, nicht wundern, sondern einfach Regeln erklären lassen und mitmachen!

Das gleiche gilt im Übrigen auch bei Gruppen, die im Kreis stehen und kriegerische Schreie loslassen oder singen: "This is the story of my pony...". Vielleicht hört ihr sogar auch: "catch Banana, catch catch Banana!" ;-).

Freitag, 8. November 2019

Samstag: Abschied nehmen und Emotionen wecken

Nacht der Lichter
So schnell geht eine Woche in Taizé vorrüber. Am Morgen finden noch letze Bibeleinführungen statt - der Nachmittagsblock ist schon weitestgehend frei. Am Abend gibt es ein letztes Mal NUDELN und diejenigen, die schon Samstagabend abreisen sammeln ihre Taschen schon in Zelt R.

Den Höhepunkt des Abends bildet das letzte Abendgebet der Woche. Jede*r Besucher*in bekommt am Eingang eine Kerze und diese werden im Laufe des Abendgebets (das etwas anders abläuft als sonst) entzündet. Damit wird jeden Samstagabend eine kleine Auferstehungsfeier gestaltet und bei einer so tollen Atmosphäre werden nochmal Emotionen wach und die ein oder andere Träne wird verdrückt...

Danach heißt es langsam, Abschied zu nehmen - entweder schon am Abend oder zumindest innerlich, damit man am Sonntag dann entspannt abreist ;-).

Sonntag, 3. November 2019

"Vorschläge für das Jahr..."

Screenshot der Taizé-Homepage
Am Beginn des Aufenthalts in Taizé bekommt jede*r Besucher*in ein Heft mit dem "Jahresbrief" aus Taizé (findet sich auch online). Darin beschäftigt sich Frére Alois mit einem Thema und gibt verschiedene "Vorschläge", d.h. Zugänge, wie man sich diesem nähern kann. Neben einem kleinen Text gibt es immer einige Impulsfragen, wie man sich selbst in seinem Alltag weiter mit der Thematik (2019 z.B. "Gastfreundschaft") auseinandersetzen möchte. Ich selbst lese die Vorschläge gerne vor dem Mittagsgebet, manche sind dabei ganz nett. Es gibt aber auch viele, die sie nicht lesen. Ob und wie man damit umgeht, ist ja auch ganz offen ;-) - es ist aber eine gute Möglichkeit zu schauen, wie Frére Alois denkt und an Themen herangeht.