Freitag, 9. November 2018

Orte zum Verweilen

...wo hält man sich in freien Zeiten auf?
Unser Lieblingsplatz ist die Südseite der Kirche, wo wir uns meistens zwei Bänke aus einem der Zelte holen und uns dort entspannt hinsetzen und ein Buch lesen, Kartenspiele spielen oder quatschen.
Abends ist Oyak (der Kiosk) ein netter Aufenthaltspunkt, wo es sich bei dem ein oder anderen Cidre nett zustammenstehen und unterhalten lässt. Verrückte Spiele oder gemeinsames Singen inklusive. Auch am Rest des Tages kann man dort ab und an am Getränkeautomat vorbeigehen und sich eine Dose Cola oder Multisaft ziehen. ;-)
Für ruhige Momente eignet sich der Garten der Stille, für lautere Spiele der Bereich zwischen Casa und der Kirche, die Essensplätze, Hall 10 oder Zelt R (je nach Wetterlage).

Donnerstag, 8. November 2018

Wo schlafen in Taizé?

Von den Baracken selbst sieht man leider wenig... ;-)
Dass Taizé kein Luxushotel ist, ist bei dem Lebensstil, den sich die Brüder auf die Fahne geschrieben haben, nicht weiter verwunderlich. Wie wenig es aber tatsächlich nur braucht, um eine Woche dort zu Leben, zeigt sich, wenn man dort anreist.

In drei größeren Blöcken einfacher Baracken werden die Taizébesucher*innen geschlechtlich getrennt und abhängig vom Alter untergebracht. Die meisten Baracken haben 6 Betten, es gibt auch solche mit bis zu 12 Betten. Diese sind einfache Stockbetten, auf denen eine (mehr oder minder bequeme Matratze) liegt. Um also gut schlafen zu können, ist ein Bettlaken (90x200), ein Schlafsack (je nach Jahreszeit eine oder mehrere zusätzliche Decken) und ein Kissen wichtig!
Ansonsten lebt man aus dem Koffer, sodass es außer einem Metallregal und einer USB-Steckdose kein weiteres Mobiliar gibt. Die Baracken sind nicht abschließbar - wertvolle Dinge also besser zuhause lassen (während unserer Taizébesuche gab es aber noch keine Probleme)

In besonders vollen Wochen (oder wenn man es will), gibt es auch Großraumzelte bzw. man schläft in seinem eigenen Zelt (das restliche Campingzeug sollte man dann auch dabeihaben ;-)).

Duschen und Toiletten (beides ;-) in Kabinen) gibt es nah an den Baracken dran - man muss meistens einmal über den Platz laufen. Badeschlappen oder so für die Duschen sind in jedem Fall sinvoll.

Für Familien, Paare etc. gibt es separate Regelungen, die ich im Einzelnen nicht genau sagen kann - im Nachbardorf gibt es auf jeden Fall Familienbaracken etc. - Jugendliche, die die Zeit in Taizé in Stille verbringen wollen, werden auch in spearaten Baracken untergebracht.

Die Brüder leben im übrigen in einfachen Einzelzimmern - es gibt aber weniger Zimmer als Brüder und wenn wirklich mal alle Zimmer belegt sind, schlafen auch die Brüder im Zelt.

Dienstag, 6. November 2018

Meal-Ticket

In Taizé braucht man weder Personalausweis, noch Bankkarte, noch Versicherungskärtchen (außer, man muss im Krankenhaus versogrt werden...). Als "Ausweis" gilt das "Meal-Ticket", die Essensmarke, die man bei der Anreise ausgehändigt bekommt. Dieses braucht man nur zweimal täglich: Beim Mittag- und Abendessen. Beim Anstehen in der Essensschlange hat man immer genug Zeit, dieses aus Tasche, Geldbeutel oder Rucksack zu kramen. Am Beginn der Essensschlange muss man das Vorzeigen und bekommt das jeweilige Essen abgekreuzt - so wird sichergestellt, dass jede*r erstmal was zu essen bekommt, bevor die besonders Hungrigen beim Extra-Food noch Nachschlag holen können.

Was passiert, wenn ich das Meal-Ticket verliere?
Hoffen, dass es wiedergefunden wird (am schwarzen Brett neben Point 5 hat es vielleicht jemand aufgehängt). Oder ins Casa gehen und sich ein Neues holen. Die denkbar schlechteste Variante ist es, das erst in der Essensschlange zu merken - dann muss man sich mit "Sorry, I lost my Meal-Ticket" durchschlagen und hoffen, dass man trotzdem etwas bekommt. Worst Case: Man wird aus der Schlange genommen, es wird geklärt, ob du berechtigt bist, essen zu bekommen, und dann darfst du dich wieder hinten anstellen... - Was lernt man daraus?: Meal-Ticket nicht verlieren!

Darf man mit dem Meal-Ticket einer anderen Person essen mitbringen?
Das kommt immer darauf an, an welche Leute man kommt.... Meistens geht es, es empfiehlt sich aber (wenn man nicht gerade krank im Bett liegt), selbst anzustehen.

Freitag, 14. September 2018

Essensschlange

Einmal durch die Essensschlange...
Natürlich muss man sich in Taizé auch irgendwie ernähren. Das funktioniert ähnlich wie in der Mensa: Es gibt (je nach Anzahl der Menschen, die gerade in Taizé sind) bis zu 10 Essensschlangen, an denen man sich zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Tee und zum Abendessen eindecken kann. Bevor man sich in diese einreiht, entsteht vorher meistens ein großer Pulk, in dem man sich wunderbar "aktiv anstellen", Lieder singen, Spiele spielen oder sich über andere Leute gekünstelt aufregen kann. ;-)

Es gilt sich übrigens immer, richtig einzuordnen: Teetrinker*innen beim Frühstück und Tee nach links, Kakaotrinker*innen nach rechts. Beim Abendessen: Vegetarier*innen nach links, Fleischliebhaber*innen nach rechts, das Mittagessen ist grundsätzlich vegetarisch.

Frühstück gibt's nach dem Morgengebet, Mittagessen nach dem Mittagsgebet, Tee um 17 Uhr und Abendessen um 19 Uhr.

Zum Mittag- und Abendessen Meal-Ticket nicht vergessen!

Samstag, 30. Juni 2018

Arbeit

Ich fahre in den Urlaub nach Taizé und soll dann auch noch dort arbeiten? JA!
Taizé ist eine Gemeinschaft die nur funktionieren kann wenn jeder mit anpackt. Bei der Anreise bekommt man eine Arbeit zugeteilt, der man dann täglich nachgeht. Hierbei gibt es ganz verschiedene Aufgaben: Man kann nach einem Gebet in der Kirche aufräumen, im "Welcome-Team" anderen Helfen sich in Taizé zurecht zu finden, im Kiosk "Oyak" Snacks und Getränke verkaufen, im "El Abiodh" oder im Essensbereich abwaschen, kochen, Mülleimer leeren, Frühstück oder Tee machen, und und und...

Wichtig zu erwähnen ist hierbei: In aller Regel macht die Arbeit in Taizé sehr viel Spaß. Man lernt andere Besucher kennen und wird zu einem Teil des Lebens in Taizé

Donnerstag, 14. Juni 2018

Gebetsbank

Foto by taugenixe
Die Gebetsbank ist in Taizé unser ständiger Begleiter. Man kann sie in der Exposition für ca. 20 Euro kaufen, bzw. manche bauen sich auch selbst eine.

Wenn man nicht gerade schöne Fotos von der Bank macht, kann man sie klassisch zum In-der-Kirche-drauf-knien (als Alternative zum Sitzen auf dem Boden) verwenden, als Schreibunterlage, als Tisch zum Kartenspielen (wenn gerade kein Wind geht), als Andenken an eine tolle Woche in Taizé, indem man jede Menge Menschen drauf unterschreiben lässt, als Kunstobjekt (wenn man sie, so wie Mareike, schön anmalt), als Essenstablettunterlage, wenn man gerade seinen Schoß nicht frei hat, als Trittbrettchen, wenn man sich Gehör verschaffen muss, als Rammbock zum aktiven Anstehen in irgendwelchen Schlangen, zum Schutz vor Nässe auf dem Boden, zum drauf Sitzen irgendwann im Laufe des Tages, oder oder oder... (ab in die Kommentare damit).

Wir finden: Wenn man potentieller Wiederholungstäter einer Taizéfahrt ist, ist das ein guter Grund (aufgrund mehrmaliger Verwendung in Taizé) eine Gebetsbank zu kaufen.
...und es gibt sogar Menschen, die auch Zuhause sich ab und an draufsetzen und sich gedanklich nach Taizé beamen ;-)

Dienstag, 5. Juni 2018

Taizé - Gemeinschaft alleine

Wer nach Taizé kommt, erlebt zugleich das Gefühl von Gemeinschaft und ebenso sich selbst allein.

Man kann, egal wo man gerade im Dorf unterwegs ist, entweder mit wildfremden Menschen reden (trotz internationalem Flair gibt es auch (meistens) keine sprachlichen Probleme), oder man kann einfach für sich sein.

Beim Essen holen: Entweder in Gruppen oder alleine
Zwischen den Einheiten: Großgruppenspiele spielen oder ein Buch lesen
Im Garten der Stille: Spazieren gehen alleine oder mit jemand anderem
Im Gebet: Singen mit 2000 Menschen oder für sich beten
und und und...

Selten liegt beides so selbstverständlich beieinander! Das ist etwas ganz besonderes für mich in Taizé.